Die Fähre

Der Horizont fährt an mir vorbei –

Ich umgeben von Gesichtern, spiegele mich in den Wellen.

Die Sonne ist da,

offenbart in mir die Wogen.

Am Horizont taucht eine Insel auf,

von hier nur ein kleiner Hügel.

Mein Eiland inmitten der Einsamkeit, des Schmerzes.

Die Wolken hüllen es sanft ein,

wärmen meinen eisigen Körper,

denn es ist kalt geworden.

Die Gischt rüttelt mein Innerstes auf,

wühlt und gräbt in mir,

dann spuckt es mich wieder aus.

 

Das Schiff ächzt,

fühlt meinen Rhythmus.

Das unendliche Meer macht meine Einsamkeit

So deutlich,

meine Seele weint.

Die Zeit macht mich zum Verlierer,

ich bin das Opfer meines Lebens.

Jede Sekunde verletzt mich ein Stück mehr,

tötet mich am Ende.

 

Die Geräusche der anderen klingen kaum an mein Ohr,

berühren mich kaum.

Ich muss loslassen,

begreifen

und neu lernen.

Ich muss das Ende verstehen,

um die Zeit nach dem Anfang nutzen zu können.

 

Ich bin auf der Suche.

Ich bin die Muschel auf dem Meeresgrund,

inmitten von Algen, Fischen und Wasser.

Ich brauche es, doch es erstickt mich.

Durch die Scheibe erkenne ich blass das Erträumte.

 

(2006)

 

 

ZURÜCK