Roter Mohn auf weißem Sand

Ich kann sie endlich wieder spüren.

Habe so lange auf sie gewartet.

Sie sind einfach so gekommen.

Füllen mich aus und strahlen in jede Faser meines Körpers.

Es ist wie beim ersten Mal. Diese Glücksgefühle.

Ich bin lebendig, kann es einfach wieder fühlen.

Die Energie kommt Stück für Stück zurück.

Langsam, sanft, doch stetig.

Mein Innerstes jubelt.

Und wird wieder still.

Ich genieße sie, diese Gefühle.

Und dann gehe ich spazieren, auf dem Sand.

Alleine, doch voller Leben und Gefühl.

Leise fällt ein Tropfen auf den roten Mohn.

Ich umarme meine Mum

Und erzähle ihr von meinem Traum,

erzähle ihr von der Vorfreude, dem Gefühl in mir.

Es gibt mir Ruhe.

Hand in Hand gehe ich mit ihr

Und sie hört schweigend zu, drückt nur sanft

Meine Hand.

Meine Hand in ihrer.

Wie früher.

Sie geht mit mir. Dieses Stückchen.

Ich bin dankbar für die Wärme aus ihrer Hand.

Ich spüre das Leben, höre das Lachen.

In ihrem Gesicht glitzern die Tränen.

Sie sagt mir, dass alles gut wird.

Sie berührt mich.

Ich will sie nicht gehen lassen, noch nicht.

Ich kann ihre Stimme hören,

ich höre sie!

Und sie sagt mir, dass alles gut wird.

Wir schauen uns in die Augen –

Und sagen nichts mehr.

Wir sehen alles.

Ich bitte sie, zu bleiben.

Sie blinzelt und schüttelt stumm den Kopf.

Ich weine bitterlich.

Dann laufe ich weiter,

spüre ihre Schritte in meinem Rücken,

bin plötzlich gestärkt.

Mein Blick richtet sich auf die Mohnblume.

Daneben steht mein Dad

Und breitet die Arme auseinander.

Ich fliege hinein, wie früher.

Und das Gefühl ist immer noch da.

Und ich erzähle ihm von meinem Gefühl.

Erzähle meinem Dad von ihr.

Und weiß wieder:

Es wird gut werden.

 

(2008)

 

 

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