Am Steg
Der laue Abendwind der durch die Bäume weht,
berührt ganz sanft die brennenden Wangen.
Es scheint, als ob sich nichts mehr in mir regt,
obwohl ich stets versuche, Liebe in mir aufzufangen.
Ich vermisse die erzwungene Geduld in mir,
stattdessen brodelt Sehnsucht dort in meiner Seele.
Nur noch endloses Verlangen hält mich hier,
doch hilft mir nichts, was ich ihm stehle.
Die schweren Fahnen des Vergessens hängen
Wehend an den Pfählen wie ein bittrer Pfand.
Ich lausche den verführerischen Klängen,
denn noch halten sie mich fest in ihrer Hand.
Dicke, salzige Tränen finden ihren Weg,
lautlos verschmelzend mit des Bodens Erde.
Da vorne sehe ich schon den Steg,
an dem ich ihm vielleicht begegnen werde.
(2006)
lisalyrik.de
