Sie
Ich sehe sie da liegen,
träumend, unter einem Baum.
Ich weiß, sie kann fliegen,
es ist nicht nur ein kühner, ferner Traum.
Ihre Stimme ist zart und leise,
weit über mir fliegt meine unstete Seele;
sie dagegen begleitet mich auf jeder Reise,
egal, welchen Weg ich auch wähle.
Es bilden sich fremde Bilder vor meinem Auge,
wie von unsichtbarer Hand gemalt.
Ich habe nicht dafür bezahlt –
Doch sie sind so schön, dass ich daran glaube.
Blütenweiße Laken hängen an der Leine,
wehen übermütig im Wind.
Sie gibt mir einen feuchten Kuss –
Es liegt an mir, ob ich weine oder lache.
Die Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag –
Es liegt an mir, ob ich was draus mache.
Und sie schwebt über mir.
(2006)
lisalyrik.de
