Monotonie

Der Wind fährt dir gleichmäßig über das Gesicht,

mal sanft streichelnd

wie ein Feder –

dann wieder hart wie ein Schlag.

Beides ist dir vertraut,

es erschüttert dich nicht.

Alles scheint monoton,

gleichklingend,

im ewigen Trott der Zeit, des Alltags.

Die Bahnen des Lebens

sind dir zu eng geworden,

erschreckend übersichtlich und öde.

Von fern hörst du den Klang der Sehnsucht.

Er brennt sich in deine Gedanken,

lässt dich nicht mehr los.

Doch das alltägliche Lied hält dich fest.

Deine innere Stimme umarmt dich sanft,

du entziehst dich ihr

immer wieder.

Sing nicht nur den Refrain deines Lebens,

wage dich an neue Strophen,

erkenne,

definiere dich neu.

Nimm Enttäuschungen und Trauer in Kauf,

solange du dich selbst nicht verlierst

dabei.

Du bist das Wichtigste in deinem Leben,

schau in den Spiegel.

Und lass dich vom Wind überraschen.

 

(2004)

 

 

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